Etwa 20 Millionen Frauen in Deutschland leiden an Menstruationsbeschwerden.
Schmerzen im Unterleib, Rückenschmerzen, Migräne, Übelkeit, Kreislaufprobleme, Verdauungsstörungen, Unwohlsein oder Kraftlosigkeit – dies sind nur einige der Symptome, die Frauen im Zusammenhang mit ihrer Periode beschreiben. Oft werden solche Beschwerden früh als „normal“ abgetan – doch Menstruationsbeschwerden sind nicht „normal“. Und es gibt viele Wege, sie zu behandeln, die über die Verschreibung der Pille hinausgehen.
Bei Dysmenorrhoe (Schmerzen während der Menstruation) kommt es zu Funktionseinschränkungen, die Schmerzen verursachen, welche bei einer gesunden Menstruationsblutung nicht auftreten sollten. Viele dieser Einschränkungen haben Ursachen, die sich im Ultraschall oder MRT nicht zeigen – und deshalb häufig unbeachtet bleiben.
Mein Ansatz ist es, die Ursache der Einschränkungen zu erkennen und nachhaltig zu behandeln. Typische Faktoren, die zu Dysmenorrhoe führen können, sind:
Bewegungseinschränkungen der Organe
Die Gebärmutter liegt gemeinsam mit anderen Organen im sogenannten kleinen Becken. Diese Organe sind über Bänder und Gefäße miteinander verbunden. Kommt es zu Fehlstellungen oder Neigungen, kann sich dies auf umliegende Organe auswirken. Besonders die Verbindung zu Blase, Darm und Wirbelsäule ist eng. Bewegungseinschränkungen in diesen Bereichen können Rückenschmerzen, Verdauungsstörungen (z. B. Blähbauch) oder Blasenprobleme während des Zyklus verursachen.
Das Muskel- und Fasziensystem
Ein erhöhter Muskeltonus oder größere Narben im Bauch- und Beckenbereich (z. B. nach Blinddarm- oder Kaiserschnitt-Operationen) können tiefgehende Vernarbungen hinterlassen, die das Fasziensystem beeinflussen. Solche Narben wirken wie ein „Klebstoff“ für Organe und führen dadurch zu Bewegungseinschränkungen. Diese Spannungen oder Verklebungen können wiederum Zyklusbeschwerden auslösen.
Eingeschränkte Versorgung
Für eine gesunde Organfunktion ist eine gute nervale, arterielle und hormonelle Versorgung entscheidend. Wird diese beeinträchtigt, können Schmerzen entstehen.
Eine unzureichend durchblutete Gebärmutter kann beispielsweise Menstruationsschmerzen hervorrufen – die Ursache liegt dabei nicht in der Gebärmutter selbst, sondern in gestörten Versorgungswegen.
Auch Stress spielt eine wichtige Rolle: In Stresssituationen schüttet der Körper vermehrt Cortisol aus. Dieses Hormon beeinflusst den Progesteronspiegel, und ein Progesteronmangel wirkt sich wesentlich auf den Zyklus aus. Mögliche Folgen sind Brustschmerzen während der Menstruation oder unregelmäßige Zykluslängen.
Das Ziel der osteopathischen Behandlung ist es, die genannten Faktoren zu untersuchen, in Beziehung zu setzen und gezielt zu behandeln. Dabei geht es nicht nur um die Linderung der Beschwerden, sondern darum, die Ursachen zu beheben und so langfristig einen schmerzfreien Zyklus zu ermöglichen.
Es ist mir ein persönliches Anliegen, Mädchen und Frauen von der Vorstellung zu befreien, dass Menstruationsschmerzen „normal“ seien. Deshalb habe ich mich auf diesem Gebiet intensiv weitergebildet, um Zusammenhänge zu verstehen und in meiner Arbeit gezielt anzuwenden.
